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Miteinander wird viel mehr möglich

19.02.2021

Gestern erzählte mir eine befreundete Unternehmerin von einer ihrer Klientinnen, deren Business durch eine Kooperation und eine clevere Idee gerettet werden konnte. Die Dame hatte sich im Nachbarort mit einem Fotostudio am Markt selbstständig gemacht. An sich eine gute Sache - wären da nicht bereits zwei Fotostudios vor Ort ansässig gewesen.

Als dritte hatte sie offensichtlich keine Chance, wirtschaftlich Fuß zu fassen.

In einem kreativen Unternehmerkreis wurde die Herausforderung in der Gruppe beraten und von allen Seiten beleuchtet, und gemeinsam entstand eine geniale Idee: Zusammen mit einer Kosmetikerin und einer Bewerbungsberaterin gründete die Fotografin die Bewerbertage. Gegen Voranmeldung konnte man sich an diesen Tagen schminken und anschließend professionell fotografieren lassen - und parallel wurden die Bewerbungsunterlagen gesichtet und auf Vordermann gebracht.

Die Idee kam wunderbar an und die Fotografin rettete so - mit Hilfe einer kreativen Idee und einer Kooperation - ihr Business.

Eine zweite Geschichte las ich ebenfalls gestern in unserem regionalen Anzeigenblatt. Zwei Pferde waren mitten in der Nacht von ihrer Koppel entlaufen und in einem halb zugefrorenen Wassergraben eingebrochen. Aus eigener Kraft war es ihnen nicht möglich, den Graben zu verlassen.

Die Feuerwehrleute aus mehreren Orten konnten den Pferden nicht helfen - ihre Einsatzfahrzeuge waren im tiefen Schnee stecken geblieben, und die reine Menschenkraft reichte nicht aus.

Schließlich gelang es mit Hilfe eines Landwirtes und seines Traktors, die Tiere aus dem Wasser zu hieven. Wohlbemerkt - es war mitten in der Nacht, und die Pferde gehörten nicht ihm.

Das bewegt mich ganz tief. Jede dieser beiden Geschichten lässt etwas in mir klingen.

Ist es nicht unglaublich, zu welchen Meisterleistungen wir imstande sind, wenn wir uns zusammenschließen? Und ist es nicht oft auch unglaublich, wie hilfsbereit und mitfühlend Menschen in Notsituationen werden?

Ich war immer eine Einzelkämpferin. Ich weiß gar nicht genau, wo das herkommt. Ich habe einfach immer geglaubt, ich müsse alles allein stemmen, wenn es gut werden soll - und ich sei der einzige Mensch auf der Welt, auf den ich mich wirklich verlassen kann.

Was wir glauben, wird für uns zur Realität. Und so schickte mir das Leben auch immer wieder überzeugende Beweise dafür, dass meine Annahme richtig war.

Das änderte sich erst, als ich mich bewusst dafür entschied, dass ich diese Realität nicht mehr leben möchte. Vielleicht änderte es sich auch schon einen winzigen Moment vorher - nämlich als mir der Zusammenhang zwischen dem, was ich glaubte, dem was ich tat und dem, was daraus resultierte, plötzlich klar wurde. Der Moment der Erkenntnis.

In einer Videoserie erzähle ich mehr darüber, wie Erkenntnis zu plötzlichen Veränderungen führen kann.

Seit sich das für mich aufgelöst hat, beobachte ich immer häufiger, wozu wir Menschen imstande sind, wenn wir zusammenarbeiten statt gegeneinander - und wie oft wir doch das Gegenteil tun.

Überall werden Feindbilder geschürt und gepflegt, Grüppchen gebildet und gegen andere gehetzt. Es sind diese kleinen und großen Missgünste, der Neid, das Misstrauen, die uns von einer Welt im Frieden abhalten.

Ich klage niemanden an. Wir haben das so vorgelebt bekommen, genauso wie unsere Eltern und Großeltern. Wir haben lange, lange Zeit geglaubt, es sei richtig und hilfreich, sich zu Gruppen zu bekennen, um sich gegen andere zu verteidigen. Und letztlich steckt hinter jeder abwehrenden oder anklagenden Haltung immer auch Angst und Unsicherheit.

Mit Slow Marketing habe ich vor einiger Zeit begonnen, mit dem Gedanken der "Wettbewerbslosigkeit" im Marketing zu experimentieren. Es gibt keine Konkurrenz. Es ist für alle genug da. Wir müssen uns nicht streiten und das "Recht des Stärkeren" ist ein Irrglaube. Ich habe festgestellt, dass das nicht einfach nur ein schöner Gedanke ist, sondern dass es Realität werden kann (was wir glauben, wird für uns Realität).

Und so kommt es, dass ich heute fast niemanden mehr als meinen Wettbewerber ansehe (und wenn doch dieser kleine Neid-Stachel auftaucht, weiß ich, dass es Zeit ist, nochmal genauer hinzuschauen).

Etwas Wunderbares geschieht, wenn sich unsere Realität auf diese Weise wandelt: Überall tauchen plötzlich liebenswerte und hilfsbereite "Engel" in Menschengestalt auf, die uns die Hand reichen und uns auf unserem Weg ein Stückchen weiter helfen. Mir jedenfalls geht es so. Ich habe nicht einmal geahnt, wie wunderbar es ist, Dinge gemeinsam zu tun, statt ganz allein.

Ja, wenn ich sie allein mache, kann ich am Ende den ganzen Ruhm einheimsen. Ich kann mich in der Anerkennung sonnen und mich toll fühlen. Doch das zeigt nur eines: Dass ich Dinge tue, um meinen Wert zu beweisen, und um mich gut zu fühlen.

Das brauche ich nicht mehr. Stattdessen tue ich jetzt Dinge, von denen ich möchte, dass sie in die Welt kommen. Weil ich an sie glaube. Und dann geht es nicht mehr um mich, sondern es geht darum, dass die Dinge kreiert werden. Es ist mir egal, ob ich Anerkennung dafür bekomme, oder ob die Dinge sich jemand anderen suchen, der sie fertigstellt, bevor ich überhaupt eine Chance habe, mich einzubringen.

Denn am Ende bin ich immer genug. Ich bin heil und vollkommen, egal ob und was ich tue. Egal ob das, was ich angehe, erfolgreich ist oder in die Hose geht. Egal.

Jetzt bin ich irgendwie vom Thema abgekommen, und irgendwie auch wiederum doch nicht - denn wenn es nicht mehr um uns geht, wenn wir nicht mehr darauf angewiesen sind, dass Dinge glatt laufen, damit wir uns heil und wertvoll fühlen, dann sind wir in der Lage, die Hände anzunehmen, die uns gereicht werden und wir reichen schneller unsere Hand, wo sie gebraucht wird.

Es erinnert mich an eine Geschichte, die ich vor Kurzem gelesen habe. Scott Morrison, der in New Orleans aufgewachsen ist, sprach über einen Hurrikan in seiner Stadt:

"Es war, als hätte eine stille, heimliche Kraft die Führung in jedem einzelnen Menschen übernommen, die alle anderen Sorgen und Gedanken übertönte. Sehr klar sagte sie: 'Stoppe sofort alles was du tust oder denkst. Leg all deine Aufmerksamkeit auf das, was gerade geschieht. Sei bereit zu helfen, wenn es benötigt wird.'

... Auf einmal gab es keine Republikaner und Demokraten mehr, keine Christen, Juden, Agnostiker oder Atheisten, keine Homo- und Heterosexuellen, keine Schwarzen, Weißen, Braunen, oder Blaublütigen. Keine Insider oder Outsider, keine hässlichen Menschen oder schöne Menschen. Alles war einfach nur was es ist, nicht weniger, nicht mehr, ohne Etiketten oder Unterschiede. Überall gab es einfach diese Energie der klaren, unabgelenkten Aufmerksamkeit und vorbehaltlosen, bedingungslosen Sorge um jeden hier.

Was bei einem Hurrikan, einem Erdbeben, einer Depression oder einer anderen Art von Krise möglich ist, ist für praktisch jeden Menschen, der sich genug um die Welt kümmert, jederzeit möglich. Wenn wir das tun ... setzen wir etwas in Bewegung, das keine Grenzen kennt, etwas, das irgendwann jeden berühren wird."

Was, wenn du ab heute so lebst, als wäre jeder Mensch dein Freund (oder wenigstens Spiegel, oder - wie Robert Betz es liebevoll nennt - dein Arschengel)? Was, wenn du alle Feindbilder fallen lässt - und jeden Menschen, der aus deiner Sicht "falsch" handelt, einfach nur als "anders" ansiehst?

Nicht Gegeneinander ist unsere Natur, sondern Miteinander. Eigentlich spüren wir das tief in uns alle. Es sind immer nur Ängste, die uns von diesem tiefen Gefühl der Liebe trennen.

Dabei ist so viel mehr möglich, wenn wir uns zusammenschließen!

Was, wenn wir statt Verurteilung Neugier, Offenheit und Mitgefühl in die Welt bringen?

Was wird dann für uns möglich?

Alles Liebe,

💖 Bettina

Kategorien: Marketing: SEO & Co. | Schlagworte: Miteinander statt gegeneinander, Wettbewerb

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